Bikerun 1998 in Vargarda, Schweden
Der
diesjährige Bikerun fand vom 19.07.-22.07.1998 in Vargada statt.
Vargarda liegt ca. 60 km nordöstlich von Göteborg, 30 km
südöstlich von Trollhättan (Vänern-See), 80 km nordwestlich
von Jönköping (Vättern-See). Zur Unterkunft etc.mehr später.
Zunächst ging es am 18.07.98 los. Wir starteten
mit 2 Motorrädern (ich mit einer Honda CB 750, Oli mit seiner
Honda CB 500, auch rote Möhre genannt). Mein Sozius hatte mich
leider 8 Stunden vorher im Stich gelassen...:-(
Start sollte eigentlich 6 Uhr morgens sein, um 12 Uhr ging
es dann endlich los, direkter Weg Richtung Hamburg auf der A24,
kurz vorher dann weiter auf der Bundesstraße nach Bad Segeberg.
Ab hier fing es an zu regnen. Am Ortseingangsschild von Bad
Segeberg hat Oli seine Möhre leergefahren, denn es gab von der
Abfahrt A 24 an keine einzige Tankstelle :-(. Naja, ich
bin dann los, suchte mir zwei Öldosen, die ich mit Benzin
füllte und dann wieder zu Oli, weiter konnte es gehen, nun
endlich wieder mit trockenem Wetter :-) Immerhin kamen wir
bis kurz vor Abfahrt Bordesholm, als meine Maschine sich bei 160
km/h verabschiedete. Zum Glück konnte ich noch den Standstreifen
erreichen. Einmal Motorradzerlegen brachte, daß der Fehler eine
defekte Lichtmaschine war. Also, 16 Uhr den ADAC gerufen, der
auch recht schnell kam. Schon beim Aussteigen hob der "gelbe
Engel" die Hände mit den Worten: "Oh Gott, auch noch
ein Motorrad, da kann ich sowieso nichts machen". Naja, nach
meiner Anweisung hantierte er mit dem Meßgerät herum. Meine
Prognose bestätigte die Katastrophe... Wir hatten ja Samstag,
17.30 Uhr, befanden uns in Deutschland, genauer Norddeutschland,
von Notdienst oder einer hilfsbereiten Motorradwerkstatt keine
Spur. Also, Abschleppwagen rufen, nach Neumünster. Wie weiter?
Nach Hause??? Niemals!!! Immerhin hatte ich ja eine
Mobilitätsgarantie und ein schwules Motorradtreffen in Aussicht!
Also, herumtelefonieren,
stundenlang, dann die Erleichterung um 20.30 Uhr, es
gab in Schleswig-Holstein wenigstens noch ein einiges Mietauto
von Europcar (von Motorrädern keine Spur), allerdings in
Itzehoe, 80 Kilometer südlich zurück :-( Das Taxi hätte
Europcar bezahlt, doch woher in der Servicewüste Deutschland ein
Taxi am Samstag abend nehmen? Also, Koffer von meiner
Maschine ab, Gepäckgurte etc. zusammengesucht, und Olis rote
Möhre vollgepackt. Wir sind dann mit 5 Motorradkoffern, einem
Schlafsack und mir hinten drauf nach Itzehoe gefahren. 22 Uhr
hatte ich endlich das Auto und die Reise konnte damit weitergehen
(ich als Autohasser...). An der dänischen Grenze dann der
Versuch, zu tanken und Geld zu tauschen. Aber in Dänemark ist
alles automatisiert, nur Geldautomaten, Tankautomaten etc. Dank
der Visakarte gab es dänische Kronen, und mit dem
100-Kronen-Schein auch die Möglichkeit, aus dem Tankautomaten
Benzin zu bekommen... Nun fing es wieder an zu regnen, es
gewitterte, es war bereits 2 Uhr nachts und bis Kopenhagen, wo
wir übernachten wollten, ging es einfach nicht mehr. Zum Glück
gab es ja dieses Auto, worin wir dann übernachteten. Am
nächsten morgen dann um 8 Uhr los und noch an der Autobahn
gefrühstückt.
Es
ging Richtung Kolding, Odense. Ab hier konnte man schon die
riesigen Stützpfeiler und die Positionsblinklichter der neuen
Beltbrücke sehen. Von den angekündigten Staus war zum
Glück nichts zu sehen. Es ging ohne Wartezeit bis zur
Kassenanlage. Die Überfahrt kostet für Motorräder 25 DM, für
Auto DM 50. Motorräder sollten die Kasse mit Bedienung nehmen,
denn die Automatenkassen erkennen das günstigere Motorrad nicht
und wollen den Autotarif haben...
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Dann ging es weiter bis nach Helsingör
, noch mal getankt (ein Auto verbraucht ne
ganze Menge mehr an Sprit) und mit der Fähre nach
Helsingborg (Schweden). Mit dem Auto (385,- dän.Kronen hin und
zurück) natürlich 2.5 fach so teuer, wie mit Motorrad :-(
Dann die Autobahn Richtung Göteborg, 80 Kilometer vorher,
bei Varberg auf die Landstraße über Boras nach Vargarda...
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Endlich da! Kurz am
Ortseingangsschild der Wegweiser vom ECMC-Bikerun zum Tanga Hed
(Heide), einer ehemaligen Kaserne, jetzt für Touristen- und
Gruppenunterkünfte, aber auch noch für die Heimwehr
genutzt. Wir wollten 14 Uhr ankommen, haben es immerhin um
15.30 Uhr, trotz der ganzen Probleme, geschafft!
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Der
Parkplatz war schon gut gefüllt, das große Hallo begann.
Immerhin fahre ich seit 1988 mit (mit wenigen Ausnahmen), jedes
Jahr in einem anderen Land, so daß ich viele kenne. Es gab sogar
einen Begrüßungssnack mit Smörebröd, Käse und einer scharfen
Tomaten-Fischsuppe- einfach lecker!!
Das Auto verschwand erst mal aus der Sichtweite...
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Unterkunft war in Baracken mit Einzel-, Doppel-,
Dreibett- und Vierbettzimmern, einige haben im Schlafsaal mit 14
Personen übernachtet. Jede Baracke hatte eine Küche und
Waschbecken, Kühlschrank etc. Die Duschen waren separat mit den
Toiletten in einer anderen Zentralbaracke. So konnte man die
"Lederkerle" mit Stiefel und Handtuch um die Hüfte gut
beobachten... Es scheint eine Art Zwangshandlung bei vielen zu
sein, daß man sich bei jeder Gelegenheit erst mal duschen muß
:-)
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Am Abend dann das Willkommen-Buffet,
Vorstellung des Programms
und, dank einer digitalen
Kamera, die ersten Bilder von der Ankunft...
Zu diesem Zweck gab es einen Projektor, der die aktuellen Bilder an die Wand warf, zusammen mit wichtigen Infos, Programm etc. Dieser tolle Service wurde die ganzen Tage angeboten. Es hatten sich ca. 120 Biker aus fast ganz Europa zusammengefunden. Anschließend die Preisverleihungen: Der weiteste Teilnehmer war ein Biker aus den USA (ohne Bike), der weiteste Biker mit Bike kam aus Spanien, der am stärksten vertretene Club war der LC Vienna, der im nächsten Jahr den Bikerun ausrichten wird (unten dazu mehr).
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Am
nächsten Morgen, nach dem reichhaltigen Frühstück ging es in
verschiedenen Gruppen zur Motorradausfahrt. Ich fuhr als Sozius
bei Oli auf
der
roten Möhre mit, das Auto wollte ich nicht mehr sehen!!!
Immerhin durfte ich auch ab und zu mal selber fahren :-) Die Tour
ging über ca. 190 Kilometer. Es gab auch die Möglichkeit zum
baden. Das Wetter war zwar sonnig aber nun auch nicht so sehr
warm...3 Kerle wagten es aber trotzdem und sprangen ins kalte
Wasser. Zum Nachmittagskaffee gab es leckere Torte, wo ich nicht
nur einmal zulangen mußte ;-)
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Zurück im Lager gab es
einen Snack mit Rentierfleisch. Einfach lecker! Abends dann das
legendäre Bikerun-Dinner.
Hierzu mußte jeder ein Los nehmen und hatte damit seinen Platz.
So wurde das Gruppenbilden vermieden und Kerle, die allein waren
und nicht so recht Anschluß bekammen, hatten auch ne Chance,
neue Kontakte zu knüpfen. Hier die Menükarte und ein Etikett
vom Wein der Hausmarke...
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Dienstag
morgen dann, nach dem tollen Frühstück, auf zur großen
Biketour nach Karlsborg. Start war 9.25 Uhr bei wunderbarem
Wetter.Unser Gruppenführer hatte einen recht guten Fahrstil.
Jedoch gab es mal wieder einige, die von Gruppenfahren keine
Ahnung hatten... Die Fahrstrecke selber war sehr schön. Das
Wetter ebenso. Pannen gab es auch keine. Die Strecke selber war
ca. 250 km lang (oder kurz).
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In
Karlsborg war dann eine Führung durch die Festung, aber nicht
einfach nur eine Führung, sondern mit ganz tollem
Animationsprogramm mit Unterstützung von Video, Fernseher,
Pistolenschützen, Granatwüfen, Überfällen, Flucht,
Schwefelqualm etc. Die Führerin, auf den ersten Blick einfach
nur fett, war einfach überwältigend mit ihrer tollen Art der
Führung!
Dann gab es erst mal eine Eispause... Am
Nachmittag auf der Rückfahrt hat uns dann die
"unvermeidliche" Regenwolke gefunden. Aber es ging
gleich zum Nachmittagskaffee mit einer Bienenstichtorte (wieder
entsetzlich lecker, das Ding). Das Wetter wurde wieder schön,
auf dem Parkplatz habe ich Oli's Werkzeugkiste geplündert und
bei einigen Motorrädern noch kleinere Reparaturen gemacht, meins
war ja leider nicht da zum rumfummeln. Auf dem Weg zum Lager
haben wir noch kleinere Pausen gemacht, die gern zum Rumalbern
u.a. angenommen wurden. Gegen 18 Uhr kamen wir dann an.
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Es war nun schon leider der
letzte Abend... Ab 20 Uhr war Grillen angesagt. Riesige
Berge von Fleischspießen, Steaks und Spanferkel
"mußten" verdrückt werden. Dazu noch
verschiedene
Salate, Saucen etc. Jetzt wurden auch alle digitalen
Schnappschüsse gezeigt. Es waren schon recht lustige und geile
Bilder dabei. Wenn ich welche bekomme, werde ich wohl das eine
oder andere noch auf diese Seite packen. Dann war die Kürung des
schönsten Bikes mit Biker. Mein Fall wars nicht, aber die
Mehrheit hatte wohl den Geschmack und wählte den Italiener. Die
Fete ging bis zum frühen Morgen, es floß viel Bier, Pisse, wir
hatten viel Spaß, tauschen Visitenkarten und andere Dinge aus..
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Am
Morgen des Mittwoch dann die große Verabschiedung. Die meisten
(ca. 80%) fuhren weiter zum Europride nach Stockholm. Ich
mußte leider das Auto bis 18 Uhr in Neumünster abgeben. Also
fuhren wir um 9 Uhr los, sonst war die Entfernung nicht zu
schaffen! Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 150 kmh ging
es den gleichen Weg zurück. Wir schafften es bis 17.58 Uhr, das
Auto abzugeben und bis 18.30 Uhr, das Motorrad aus den Fängen
der Werkstatt zu befreien. Immerhin mußte ich DM 590,00 bezahlen
für die, auf meinen Wunsch, gebrauchte Lichtmaschine. Sonst wär
es doppelt so teuer geworden...
Endlich war ich wieder ein richtiger Biker, mit
eigenem

Bike!!!
Wir fuhren dann natürlich nicht den kürzesten Weg nach Berlin, sondern erstmal Richtung Ostsee über den Timmendorfer Strand, um den Sonnenuntergang bei Meeresgetöse zu genießen, dann über die Bundesstraße nach Schwerin und auf die Autobahn nach Berlin zurück. Wir sind dann gegen 2 Uhr morgens angekommen, natürlich todmüde, aber endlich wieder mit meinem Motorrad!
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Der Bikerun 1998 in Vargarda/Schweden war eine vollkommen gelungene Veranstaltung. einfach genial- aber viel zu kurz!!! Recht herzlichen Dank dem SLM Stockholm und allen an der Organisation Beteiligten.
Im
nächsten Jahr geht der Bikerun nach Österreich mit
anschließender Fahrt zum Ledertreffen nach Wien. Natürlich
werden wir da auch wieder dabei sein. Für nährere Infos einfach
an nebenstehende Adresse schreiben, mailen, oder die LC
Vienna-Homepage besuchen, oder auf meiner Seite unter Termine
1999 ab Ende des Jahres nachsehen, da stehen dann auch die Infos.